Ausbildungsmesse Siegen

Als einen vollen Erfolg wertet nicht nur die Industrie- und Handelskammer (IHK) die Ausbildungsmesse 2014 in der Siegerlandhalle. Vor allem die über 100 Aussteller gaben der Veranstaltung Bestnoten. „Ein rundes Gesamtkonzept, interessante Workshops und eine tolle Atmosphäre“, so bringt es Katharina Schneider von der Firma STAUF Klebstoffwerke aus Wilnsdorf auf den Punkt. Und so setzte auch sie wie fast alle Befragten das Kreuzchen an die Stelle „Ja, wir werden 2015 an der nächsten Ausbildungsmesse in Siegen teilnehmen“. Viele Unternehmen hatten auch wieder eigene Auszubildende an den Messeständen im Einsatz. Das senkt für jugendliche Messebesucher die Hemmschwelle, sich nach den Ausbildungsmöglichkeiten eines Unternehmens zu erkundigen, wie auch Alma Pieck vom Finanzamt Siegen bestätigte.

DÜber 100 ausbildende Unternehmen und Institutionen, darunter vier Berufskollegs, drei überbetriebliche Lehrwerkstätten, fünf Innungen, die Universität Siegen, die FOM, die Agentur für Arbeit Siegen mir ihrem mobilen Berufsinformationszentrum BIZ, die Wirtschaftsjunioren Südwestfalen, die Kreishandwerkerschaft, der DGB, die IG Metall, der Groß- und Außenhandelsverband und der DEHOGA Westfalen, Karriere Südwestfalen, hatten sich mit ihren Ständen präsentiert, außerdem gab es das Metall- und Elektromobil der Arbeitgeberverbände und einen Minibagger-Parcour der Bauwirtschaft Südwestfalen vor der Halle. Fast alle berichteten anschließend von guten Gesprächen mit Eltern und Jugendlichen, bei denen Kontakte mit ernsthaften Bewerbern zu Stande kamen. Daneben zählte aber auch, dass die Akteure die Messe zum Informationsaustausch untereinander nutzen konnten. „Es gab gute Möglichkeiten, Kontakte mit anderen Ausstellern zu pflegen“, bescheinigte Susanne Wörster von der Bald AG aus Siegen. Das Unternehmen war zum zweiten Mal auf der Messe vertreten. Für Susanne Wörster ist klar, nächstes Jahr wieder mitzumachen. Das steht auch für Uwe Weinhold außer Frage, der für die Kreispolizeibehörde das Ausbildungsangebot präsentierte und die Organisation lobte: „Unkompliziert, entgegenkommend und unbürokratisch. Wir kommen immer wieder gerne.“

Bei der Abfrage unter den Messeteilnehmern gab es natürlich auch Anregungen und Kritik. So sprachen sich mehrere Unternehmen dafür aus, die weniger genutzte abendliche Öffnungszeit zu verkürzen. Ein Betrieb, der IT-Spezialisten ausbildet, hätte gerne mehr Gymnasiasten auf der Messe gesehen: „Nicht jeder Abiturient möchte studieren" meint Gregor Kölsch von Hees Bürowelt. Der Tipp für die Veranstalter lautet, 2015 noch stärker als bisher auf die Schulleitungen der Gymnasien zuzugehen und dort für einen Besuch auf der Ausbildungsmesse zu werben. Dem positiven Gesamtergebnis tut dies keinen Abbruch: Gut 5500 Besucher, etwas mehr als im Vorjahr, hatten Antworten auf ihre Fragen zum Start in das Berufsleben gesucht und gefunden. In 12 Fachworkshops gaben betriebliche Praktiker und Vertreter der institutionellen Akteure auf dem Arbeitsmarkt ca. 600 interessierten Teilnehmern vielfältige Tipps und Hinweise zu Bewerbungsverfahren, Benimmregeln im Bewerbungsgespräch, zu den zukünftigen Chancen auf dem regionalen Arbeitsmarkt oder offenen Lehrstellen.

Die Wirtschaftsjunioren Südwestfalen waren nicht nur Mitveranstalter, sondern hatten auch wieder einen eigenen Messestand auf der Ausbildungsmesse Siegen. „Wir wollen jungen Menschen auf dem Weg ins Berufsleben helfen“, so Fabian Kapp, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Südwestfalen. „Das sind die Fachkräfte von Morgen“, ergänzt Patrick Ebel. Er leitet den zuständigen Arbeits-kreis Schule, Bildung und Beruf. Zwei Tage lang standen die Wirtschaftsjunioren Rede und Antwort. Außerdem konnten die Messebesucher ihre Be-werbungsmappen von den erfahrenen Standmitarbeitern checken lassen. Stimmt die Reihenfolge von Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen? Ist alles vollständig und sauber? Sticht meine Bewerbung hervor oder ist sie „08/15“? Passend dazu gab es an beiden Tagen Vorträge der Wirtschaftsjunioren.

Aber auch eine völlig neue Zielgruppe stand im Fokus dieser Ausbildungsmesse, „ausländische Studierende“. Von den inzwischen über 2000 ausländischen Studierenden der Universität Siegen war ein ausgesuchter Kreis vom International Office der Universität zur Messe eingeladen worden. Knapp 50 folgten der Einladung in die Siegerlandhalle und konnten sich in einem eigenen Workshop von heimischen Personalverantwortlichen über Möglichkeiten für Praktika oder Beschäftigung nach dem Studium informieren lassen. Im Vorfeld hatten die ausländischen Gäste die Möglichkeit, ihre Bewerbungsunterlagen von Mitgliedern der Wirtschaftsjunioren checken zu lassen. Im Restaurant der Siegerlandhalle konnten die Studierenden anschließend auf Einladung der Veranstalter in lockerer Atmosphäre bei einem kleinen Imbiss noch Gespräche mit Personalverantwortlichen heimischer Unternehmen führen.